Ausbilderinterview

mit Paul Müller und Martin Eggert

Ausbilder der Fachkräfte für Abwassertechnik, für Rohr-, Kanal- und Industrieservice und für Wasserversorgungstechnik
Rubertus Hollschewski

Zur Person

Was hast Du gelernt oder studiert?

Paul: Ausbildung zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice. Danach habe ich mich an der staatlichen Technikerschule Berlin zum Verfahrenstechniker (Schwerpunkt Umwelttechnik) entwickelt.
Martin: Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik. Danach habe ich ein Studium zum Verfahrenstechniker absolviert.

Wie lange bist Du schon im Unternehmen?

Wir beide haben im September 2009 gemeinsam unsere Ausbildung bei den Berliner Wasserbetrieben begonnen und uns in unterschiedlichen Bereichen spezialisiert.

Womit beschäftigst Du Dich gern in Deiner Freizeit? Welche Hobbys hast Du?

Paul: Seit ich denken kann, bin ich in einem Angelverein und dort auch aktiv tätig. Wenn es die Zeit zulässt, fahre ich zum Kitsurfen an die Küste oder mit meinem Boot durch Berlin und Umland.

Martin: Die meiste Zeit verbringe ich im Garten, beschäftige mich gerne mit Chemie und male am liebsten Landschaften.

Was ist Dein schönstes bzw. aufregendstes Erlebnis bei den Wasserbetrieben, dass Dir bis heute in Erinnerung geblieben ist?

Paul: Das erste Mal durch die Kanalisation laufen, so wie im Film! Es ist noch viel spek-takulärer als man es sich vorstellen kann. Außerdem war es für mich ein ganz besonderer Moment das erste Mal einen HDSR selber zu fahren.

Martin: Der Floßbau in Blossin in unserer ersten Woche als Auszubildende mit meinem jetzigen Kollegen, Hr. Müller, bei dem wir gemeinsam ein sehr stabiles Floß gebaut, die Best-zeit erreicht und gewonnen haben!

Gab es auch Stolpersteine oder schwierige Herausforderungen?

Da sind wir beide identischer Meinung, wenn wir sagen, dass eine schwierige Herausforderung, unser Studium neben dem Beruf war.

Was wolltest Du als Kind werden? Hattest Du einen Traumberuf als Du noch zur Schule gingst?

Paul: Von Feuerwehrmann über Pilot bis zum Polizist, all das wollte bestimmt jeder kleine Junge mal werden.
Nun bin ich wahrlich groß geworden und habe mich in der Schulzeit über Betriebspraktika informiert was denn nun wirklich zu mir passt. Dadurch und durch meine Affinität zum Element Wasser bin ich zu den Berliner Wasserbetrieben gekommen.

Martin: Seit der siebten Klasse wollte ich immer Lehrer im Bereich Biologie/Chemie werden, was ich nun auf der beruflichen Ebene als Ausbilder, als beruflicher Lehrer, verwirklichen kann.

Vorausgesetzt es wäre möglich, welchen Rat würdest Du nach heutigem Wissensstand Deinem jüngeren Ich geben?

Paul: Ich würde mir raten, wieder eine Berufsausbildung nach der 10. Klasse zu absolvieren.

Martin: Ich habe erst spät begriffen, dass die Schule wichtig ist und man lernen muss. Deshalb würde ich meinem jüngeren Ich den Rat geben, schon in der Grundschule mit dem fleißigen Lernen zu beginnen und die Schule mit guten bis sehr guten Leistungen abzuschließen.

Zum Beruf

Was ist Dein Job hier?

Klar, als Ausbilder bildet man junge Leute aus. Dazu gehört neben der Fachausbildung, Prüfungsvorbereitung auch die Einstellung und Begrüßung der neuen Auszubildenden. Außerdem sind wir Prüfer an der Verwaltungsakademie Berlin und nehmen die Abschlussprüfungen der umwelttechnischen Berufe ab.

Welche Talente und Vorlieben sollte man für diese Ausbildungsberufe mitbringen?

Um Fachkraft zu werden, sollte man Kenntnisse sowohl im Bereich der naturwissenschaftlichen Fächer als auch Interesse und Verständnis für Technik mitbringen.

Nach welchen Kriterien wählst Du Azubis aus? Auf was achtest Du bei der Auswahl der zukünftigen Auszubildenden speziell?

Die Bewerbung ist DER erste Eindruck und vermittelt uns das Interesse am Wunschberuf. Dazu kommt der Einstellungstest mit dem wir im Vorstellungsgespräch das Funkeln und die Begeisterung für den Beruf sehen wollen. Schnell sein lohnt sich, wer sich gleich zu Beginn bewirbt zeigt schon mal großes Interesse und macht den richtigen Schritt Richtung Berliner Wasserbetriebe!

Zum Unternehmen

Stell Dir vor, Du fragst unsere ehemaligen Auszubildenden, was ihnen während der Ausbildung am besten gefallen hat. Was glaubst Du, würden sie antworten?

Die Abwechslung und das gesamte Unternehmen kennengelernt zu haben! Wir zeigen dir viele Abteilungen und wie diese Zusammenwirken, auch wenn du später in einem anderen Bereich tätig sein wirst. Außerdem gefällt vielen das gute Arbeitsklima und, dass einem bei Problemen immer geholfen wird.

Was würdest Du zukünftigen Auszubildenden mit auf den Weg geben, um ihnen die Arbeit bei den Wasserbetrieben zu erleichtern?

Es würde uns aber vor allem den Auszubildenden erleichtern, wenn sie die Ausbildung zuverlässig und ernst angehen. Die Schule ist vorbei, Ferien gibt’s nicht mehr und somit muss auch mal nach der Arbeit gelernt werden. Wenn Du dies erkennst, dann macht es viel mehr Spaß die Welt des Wassers zu erlernen und auch zu verstehen.

Warum sollten junge Menschen bei den Wasserbetrieben in die Arbeitswelt starten? Was zeichnet uns aus?

Diese Frage ist leicht zu beantworten. Stellt man sich nur das alte Berlin von vor über 100 Jahren vor: es gab kein Wasserwerk, kein Trinkwasser aus dem Wasserhahn. Zum Duschen musste man auf den Hof zur Pumpe gehen. Es gab keine Kanäle zur Abwasserableitung. Überall roch es und man sah dreckige Rinnsteine, Flüsse und Seen in der Stadt. Es gab keine Klärwerke, keine Toiletten in der Wohnung. Das Plumpsklo auf dem Hof wurde von vielen Anwohnern genutzt. Eine Situation, die heute undenkbar wäre!
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Oft fallen uns Fragen immer erst ein, wenn der, der sie beantworten könnte, schon längst nicht mehr da ist. Damit es dir nicht auch so ergeht, haben wir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Ausbildung schon mal zusammengetragen und beantwortet.
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